Hunde aus Italien

Stefan Kirchhoff schreibt in seinem Buch „Streuner!“, dass er in der nördlichen Toscana nie Straßenhunde gesichtet hat, je südlicher er kam, aber desto mehr. Streunende Hunde sind hauptsächlich in den Vorstädten und Städten zu finden, im dörflichen Umfeld sind es eher freilaufende Besitzerhunde. Die Futterversorgung der Hunde in Italien ist weniger ein Problem, da sehr viel Müll herumliegt.

Der Export der Hunde ins Ausland ist relativ gering, da das Gerücht umgeht, dass die Hunde in Deutschland im Labor landen. Dies erschwert die Arbeit der Tierschützer und unterstützt das gut organisierte System, das mit den Straßenhunden Geld verdient. Die gewerblich betriebenen, privaten Tierheime bekommen von den Kommunen teilweise bis zu 7 Euro pro Hund und Tag, so dass die Hunde bei geringsten Versorgungskosten ein sehr lukratives Geschäft sind! Vermittlungen und eine Lösung des Problems sind also in der Regel nicht gewünscht.

Es gibt aber auch positive Berichte, zum Beispiel über die Zusammenarbeit der Gemeinde Rocca D´Evandro und der Stiftung Lega Pro Animale. 895 kontrollierte Hund ergaben 2010/11, dass nur 34 Hunde herrenlose Streuner waren und alle anderen Besitzer hatten.  Nur 146 davon waren registriert und ein Großteil der anderen wurde später gechipt. Ein Drittel der Hunde war reinrassig (Jagdhunderassen, Deutscher Schäferhund) und die anderen Mischlinge. Nur 49 der Hunde waren kastriert….!

Das eigentliche Problem sind also die freilaufenden, unkastrierten Besitzerhunde!

„Streuner!“ S. 40- 42