Hunde aus Rumänien

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Streuner in Rumänien

Stefan Kirchhoff schreibt dazu u.a. in seinem Buch „Streuner! – Straßenhunde in Europa“:

„Gerade in und um Bukarest sind sehr viele Hunde zu sehen. Hierfür gibt es auch einen plausiblen Grund: Der in den Jahren 1965 bis 1989 herrschende Diktator der Sozialistischen Republik Rumänien Nicolae Ceausescu wollte die Städte, insbesondere Bukarest, zu großen, produktiven Städten anwachsen lassen und befahl der Landbevölkerung, in die Plattenbauten zu ziehen. So wurden die Hunde in den Dörfern sich selbst überlassen, und diejenigen, die mitkamen, durften nicht in den Plattenbauten leben und sammelten sich zu Hunderten vor den großen Gebäuden.“ …..

„Die politischen Entscheidungen scheinen irgendwie ständig zu wechseln. Seit 2012 durften offiziell keine Hunde mehr getötet werden, dafür fand man andere Lösungen, die Tiere zu entsorgen.
Als im September 2013 ein Kind durch Straßenhunde zu Tode kam, wurde danach das Gesetz im Oktober 2013 überarbeitet und das massenhafte Töten der Streuner wurde wieder offiziell.“ …

„Es ist also nach wie vor ein unübersichtliches Hin und Her, was wieder einmal zeigt, wie schwierig das Arbeiten vor Ort für die Tierschutzvereine“ ist. denn seit „dem 20. Juni 2014 ist es wiederum illegal Hunde zu töten.“(Seite 44-46)

Sinnlose Einfangaktionen verursachen unsagbare Tierquälerei, lösen das Problem aber nicht. In den städtischen Lagern vegetieren die Hunde zusammengepfercht auf wenigen Quadratmetern, bis sie der Tod irgendwann erlöst. Die Tierschützer müssen immer wieder betteln um Zutritt zu den Hunden zu erhalten um wenigstens einige vor dem Tod zu retten. 

Unsere Kooperationspartner bei der Vermittlung von Tierschutzhunden aus Rumänien sind zurzeit:
–> Smeura – Tierhilfe Hoffnung  – Hilfe für Tiere in Not e. V. mit Sitz in D-72135 Dettenhausen bei Tübingen
–> Tierheim Alsfeld 
–> 4Animals!  – Verein zur Tiervermittlung und Förderung von Tierschutzprojekten mit Sitz in D-44287 Dortmund

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Die Smeura

Die SMEURA – laut Guinness-Buch derzeit das größte Tierheim der Welt, befindet sich in Pitesti in Rumänien, ca. 120 km von Bukarest entfernt. Sie ist etwa 4,5 Hektar groß und war früher eine Fuchsfarm, in der Zehntausende von Silber- und Rotfüchsen gezüchtet wurden und bis zu ihrem schlimmen Tode ein jämmerliches Leben führten. Sie wird mittlerweile vom „Förderverein Tierhilfe Hoffnung – Hilfe für Tiere in Not e. V.“ einer gemeinnützige Tierschutzorganisation, betrieben, die im Jahr 1998 von Ute Langenkamp gegründet wurde und seit Dezember 2012 von Matthias Schmidt geleitet wird.

Die Smeura wurde 2001 als städtisches Vernichtungslager für die Straßenhunde von Pitesti genutzt, die sich wie überall im Land rasant vermehrten. Der Bürgermeister war einverstanden, dass die Tierhilfe die Smeura pachtete, um das qualvolle Töten der Straßenhunde zu verhindern.

Aber der  Zustrom an Hunden, die gefüttert, entwurmt, geimpft, kastriert und auch anderweitig medizinisch versorgen werden mussten, war riesig und die Kosten dafür und für den Bau von Hundeausläufen fast unerschwinglich. Aber allen finanziellen und bürokratischen Hürden zum Trotz hat der Verein für die rumänischen Straßenhunde weiter gekämpft! Im Jahre 2016 ist das Grundstück der Smeura nun im Besitz der Tierhilfe Hoffnung, es leben über 5000 Hunde dort und über 40.000 wurden auf eigene Kosten kastriert und zum Teil vermittelt. – Alles dank der Unterstützung durch zahlreiche Spenden!

Über 80 rumänische Mitarbeiter haben in der Smeura mittlerweile Arbeit und Brot gefunden und der Tierschutzgedanke wird auch durch sie und die Schülerarbeit vor Ort weitergetragen. Aber ständig wechselnde staatliche Regelungen führen immer wieder zu grausamen Tötungsaktionen unter den Straßenhunden, so dass zurzeit nur durch die Vermittlung nach Deutschland etc. die Hunde gerettet werden können….

Ann-Catrin und Matthias Schmidt waren sofort bereit, mich bei meiner Schulstreuner-Kampagne zu unterstützen. Persönliche Gespräche, ständige Mails und Telefonate ermöglichen einen optimalen Austausch auch mit zukünftigen Schulstreuner-Interessentinnen oder Besitzerinnen von zukünftigen Schulstreunern. In der Praxis zeigen sich immer wieder neue Aspekte der Kampagne und Ideen aller Beteilgten unterstützen die Smeurahunde und ihre zukünftigen Besitzerinnen beim Weg in die Schule.