Schulhündin Lea

Lea

* 2008

Ich heiße Anja Grünewald und meine Schulhündin Lea stammt aus dem Tierschutz und zwar von Sardinien und ist über den Verein „Niemandshunde“ zu uns gekommen. Sie ist im Frühjahr 2009 mit ca. 6 Monaten zu uns gekommen und ca. 1 Jahr später habe ich begonnen sie langsam an die Schule heranzuführen.

Einen Tierschutzhund zu nehmen war für mich eine sehr bewusste Entscheidung, da ich generell da engagiert bin und alle meine Tiere aus dem Tierschutz kommen. Ob sie sich zum Schulhund eignet, war für mich zunächst zweitrangig. Lea ist trotz allem Training ein kleines „Hasenherzchen“ geblieben. Ich habe auf Nachtreffen von „Niemandshunde“ gehört, dass die Hunde von Sardinien im Allgemeinen sehr ängstlich sind und weiß auch von Leas Geschwistern, dass sie zu den „Angsthasen“ gehören.

Für meinen Unterricht habe ich mich darauf eingestellt. Lea geht 1 x wöchentlich für 2 Stunden mit in meine Grundschule und wir haben zwei kleine Fördergruppen. Das macht Lea sehr gut aber mehr würde ich ihr auch nicht zumuten.

Wir haben einen festen Raum zur Verfügung, ich darf auf dem Schulhof parken und kann dann direkt ins Schulgebäude gehen, damit Lea auf dem Weg ins Schulgebäude keinen großen Stress hat. Während meiner anderen Stunden ist Lea in einer großen Box im Büro. Nach Unterrichtsschluss warte ich immer, bis der größte Tumult vorbei ist, bevor wir wieder zum Auto gehen.

Für die Kinder ist die Geschichte, dass Lea „von der Straße“ kommt und daher eher ängstlich ist, immer sehr interessant. Wenn z.B. mal Handwerker im Haus sind und die Kinder merken, dass das Lea nicht ganz geheuer ist, machen sie ihr Mut und überlegen sich, was Lea helfen könnte. Ich denke alle Kinder kennen diese Situation und es tut ihnen gut, zu sehen, dass auch Lea Angst haben kann und sie ihr helfen können.

Gerne würde ich meinen Hund noch intensiver einsetzen, aber Lea wäre damit überfordert. Und da ihr Wohlergehen und der Tierschutz für mich an erster Stelle stehen, muss die Schulhundearbeit da eben zurückstecken.

Mein zweiter Hund Pino, ebenfalls aus dem Tierschutz, wäre ein zweiter Kandidat für die Schule gewesen. Er hat sich super entwickelt und wäre für die Schule ein Traumhund. Leider ist er in der Vergangenheit bei Unsicherheit ein paar mal nach vorne geschossen und hat geschnappt. Also ist mir das Risiko für die Schule zu groß und Pino wird kein Schulhund. Schade!

Bei Telefonaten oder Treffen mit Tierschutzorganisationen habe ich immer sehr positive Reaktionen erfahren, wenn ich erzählt habe, dass Lea mit in die Schule gehen soll. Das ist ja auch eine tolle Werbung für den Tierschutz! Nur eine konkrete Vorstellung davon, was ein Schulhund in der Schule macht, hatten die Leute nicht wirklich.