Frühkastration

Nach Julia Fiore & Sascha Jenzewski zitiere ich hier einmal einige Aspekte zum Thema.
http://www.das-hundezentrum.de/wissens-blog/das-ding–mit-der-fruhkastr.html

„Die Geschlechtshormone Testosteron (Rüden) und Östrogen (Hündinnen) sind wichtige Bestandteile des Knochenstoffwechsels. Diese Hormone fördern das Knochenwachstum während des Heranwachsen und sind maßgeblich am „schließen“ der Wachstumsfugen beteiligt. Ebenso benötigt der Körper diese Hormone um den Aufbau und vor allem um den Erhalt der Knochendichte aufrecht zu erhalten. Daher ist es sehr wichtig Hunde NIEMALS vor Vollendung des Wachstums zu kastrieren, sonst werden die ersten Weichen für kommende Knochenerkrankungen gestellt. Auch die Muskulatur im Wachstum benötigt Testosteron, dies sorgt für Muskelmasse und Muskelkraft.

Das Fell benötigt Testosteron um eine ausreichende Talgproduktion zu gewährleisten, deswegen haben viele kastrierte Hunde, vor allem die, die vor Vollendung des Wachstums kastriert wurden oft ein glanzloses oder stumpf wirkendes Fell.

Zudem gehört die Testosteron Produktionsstätte zum endokrinen Drüsensystem, umgangssprachlich also zum Hormonsystem. Das Wort „System“ sagt eigentlich schon aus, das alles zusammen spielt und sich gegenseitig beeinflusst. Daher kann es bei Frühkastrationen Störungen in anderen Bereichen des Hormonsystems geben, oft ist sind es die Schilddrüsen (Schilddrüse inklusive Nebenschilddrüsen) die betroffen sind. Eine Schilddrüsenfunktionsstörung kann also auch aufgrund einer Kastration entstehen und kommt gar nicht so selten vor wie man denkt. Testosteron ist ebenso Beschleuniger des Fettstoffwechsels. Ein Grund also warum ein Hund, der sonst immer schlank war, nach der Kastration zum Moppelchen mutiert.

Ein sehr wichtiger Punkt aber ist, dass eine Frühkastration ein enormer Einschnitt in der geistige Entwicklung ist. Testosteron sorgt dafür das ein kleiner Rüde zum erwachsenen Rüden wird, nicht nur körperlich sondern vor allem geistig. Mit Vollendung des Wachstums ist aus einem kleinen Hund ein erwachsener Hund geworden, der sich durch die Produktion des Hormons auch verhalten kann wie ein erwachsener Hund. In Konfliktsituationen, beim Lernen und beim Interagieren im Rudel. Das ist enorm wichtig für die Psyche des Hundes.

Hunde die zu früh kastriert werden, werden oft von anderen Hunden nicht für voll genommen, schnell werden diese Hunde als „Opfer“ herausgepickt. Immer wieder hören wir die Aussage von Hundehaltern: „Mein Hund wird immer von anderen gemoppt und unterdrückt“, auf Nachfrage erfährt man dann meist das der Hund ein Frühkastrat ist. Wir denken wir brauchen nicht zu erwähnen wie schlimm das für den betroffenen Hund sein muss immer das „Opfer“ zu sein. Auch hier können tiefe Ängste und extrem Unsicherheiten anderen Hunden gegenüber entstehen.“

Ein interessanter Artikel zum Thema ist auch hier zu lesen

http://diepresse.com/home/meinung/wisskommentar/1377517/Fruhkastration_Skalpell-sollte-immer-nur-Ultima-Ratio-darstellen